Fremde Sprachregelungen vermeiden

 

   Semantische Tricks konterkarieren –  Deutungshoheit bewahren

 

Wegdiskutieren kann man ja die Hausärzte nicht; aber man kann ihre Bedeutung sprachlich reduzieren. Mit Fleiß versuchen deshalb die Gegner den Begriff „ Lotse im Gesundheitswesen „ hoffähig zu machen. Bei vielen Politikern ist er schon angekommen. Diese hochrezeptiven, gesunden Vorzugsmenschen – alle GOÄ versichert  und im Inter net surfend - wissen natürlich, dass ein „ Lotse „  im Grunde überflüssig ist. Sie reagie re nur auf den Druck, der Ortvereinsvorsitzenden, Bürgermeistern und Landräten kom mt. Die Grundversorgung durch Hausärzte funktionierte bisher jahrzehntelang so selbst verständlich, geräuscharm und skandalfrei, dass sie überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Die Grundqualitäten des Hausarztes, die Erreichbarkeit und seine Fähigkeit zur Ganzheitsmedizin waren der große – auch finanzielle  - Puffer vor der Spezialmedizin und dem Krankenhaus. Wir sind nicht ( nur ) > Lotse < wir sind Behandler, dies auch nach Gesetz und Recht. Über 80 % der Patientenprobleme werden vor Ort gelöst. 20 % der Organfälle, die spezielle Behandlung brauchen werden zum Spezialisten geleitet. An diesen – zugegeben und naturgemäß oft schweren Fällen – bildet sich der Spezialist sein Urteil über die Hausarztmedizin. 1/2 % erreicht- meist infaust – die Uni – Klinik. Wie die Stimmung zum Hausarzt dort ist wissen wir aus der > Bremer Studie <.  – Die Ge meinschaft fachärztlicher Berufsverbände ( GFB) streut den Begriff > Basisversorger < Ja, wenn die Basis so versorgt ist, bleibt für den Hausarzt natürlich keine Raum. Höch stens um 24 Uhr, wenn der Basisversorger schläft. - Jetzt will der Nachwuchs diesen finanziell ausgebluteten und heruntergeredeten Posten nicht mehr. Die Kammern haben den Weiterbildungsgang zersplittert und zugeholzt, die KV en den Sicherstellungsauf trag < nicht erfüllt. Nun ist das Geschrei groß. Aktionismus ist angesagt. Sie werden nicht müde, uns mit Gründen Rede zu stehen. Den sichern Weg zum Nachwuchs verbau en aber Kammern, KV en und Kassen durch einen semantischen Trick: Die hausarztzentrierte Versorgung nach 73 b seien ein „ Monopol „ für den Hausärzteverband. Eine Totschlagsvokabel, die bei vielen Politikern schon angekommen ist. Dabei gibt es nirends soviel > Freiwilligkeit < wie beim Hausarztvertrag: Freiwillig nimmt der Arzt teil. Freiwillig schreibt sich der Patient ein. Freiwillig wird der Arzt Mitglied im Hausärztever band – oder nicht ! Bei KV und Kammer ist er Zwangsmitglied ! Aber aus dem Glashaus mit dem Stein „ Monopolstellung „ werfen, das haben wir gern. – Den Hausarzt sprachlich zu reduzieren ist auch die Bundesärztekammer werkelnd: Zum Deutschen Ärztetag im Mai wird der Begriff „ Koordinator „ in den Mittelpunkt gestellt. Koordinator „ aber ist zu schmal und nur EIN Punkt unseres gesetzlichen  Auftrags.        

Im SGB V wird uns in § 73 zugeteilt: „ 1. Die allgemeine und fortgesetzte ärztliche Betreuung eines Patienten in Diagnostik und Therapie bei Kenntnis seines häuslichen und familiären Umfel des.... 2 .Koordination diagnostischer therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen. 3. Dok mentation, Zusammenführung, Bewertung, Aufbewahrung wesentlicher Behandlungsdaten..... 4. Einleitung oder Durchführung präventiver und rehabilitativer Maßnahmen sowie Integration nichtärztlicher Hilfen...- Lassen wir uns also nicht durch die Umwidmung und Umwerbung als  „ Koordinator „ schmeicheln. Lassen wir nicht ein Bundesgesetz durch die ärztliche Selbstverwaltung sprachlich aushebeln. – Fremde Sprachregelungen sind strickt zu vermeiden. H.A.M 

 

 

             „ Einzelleistung „

 

ist diese Mär nun auch sichtbar zu Ende ?

 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ( KBV) und der Spitzenverband der Kassen sind sich einig, die so genannten > Freien Leistungen < zu begrenzen und in Budgets zu überführen. Beginn dieser Pauschalierung soll der 1. Juli  2010 sein. – Künftig wird es innerhalb der „ Gesamtvergütung ( MGV) „ für jede Fachgruppe zwei > Budgets < geben. Das der bisher  > Freien Leistungen < ( Psycho, Sono, Akupunktur etc. )  und das für das Regelleistungsvolumen ( RLV). –

                       

 

Noch bis vor kurzem hatte die KBV Führung dem gläubigen Volk die Rückkehr zur reinen  > Einzelleistung < angekündigt; hatte die Pauschalen der Hausarztverträge als

„ leistungsfeindlich „ verteufelt. Pauschalen sind  „ leistungsfeindlich „ perlt übrigens den  Spitzen in KV und Kassen munter von den Lippen, die selbst mit einem Gehalt

„ pauschal „ bezahlt werden. - Was sollen wir bloß von ihrem Arbeitseinsatz halten ?  

                                                                H.A.M.

                                

 


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