Pressemitteilungen

Positionspapier
20. August 2010
Das Fortbestehen und die Weiterentwicklung der gesetzlich bestimmten Hausarztzentrierten
Versorgung ist unverzichtbar, weil:
- Sonst die immer älter werdenden Menschen in Niedersachsen nicht mehr ausreichend
und nicht mehr wohnortnah versorgt werden können.
Die Anhäufung von immer mehr chronischen Erkrankungen der Seniorinnen und Senioren
kann nur von dem einzigen fächerübergreifenden breit aus- und weitergebildeten Arzt,
dem Hausarzt, umfassend und koordiniert betreut werden.
- Damit Medikamente nicht schaden, sondern nützen, müssen sie gezielt und kontrolliert,
möglichst aus einer Hand - teils auch auf Empfehlung der Fachärzte - eingesetzt und
überwacht werden. Das kann mit ausreichender Kompetenz nur der Hausarzt.
- Damit notwendige Therapien zur richtigen Zeit, an der richtigen Stelle und nur so lang wie
notwendig erfolgen können, ist die Funktion des Hausarztes unersetzlich.
- Damit die notwendige Intensivierung der Prävention in Anbetracht der heute schon zu
vielen chronisch kranken Kinder und Erwachsenen mittleren Alters rechtzeitig genug
beginnt und damit eine frühzeitige Chronifizierung mit resultierender Erwerbsunfähigkeit
und geminderter Lebensqualität verhindert werden kann - das hat nur durch die Einbindung
der Hausärzte eine Chance.
Um diese großen und gesundheitspolitischen Riesenaufgaben anzupacken und zu bewältigen, haben
die Hausarztverbände in Niedersachsen zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung
Niedersachsen und der AOK, LKK, sowie den Betriebskrankenkassen, Verträge geschlossen, die
die zuerst notwendige Formierung und dann kontinuierliche Weiterentwicklung in den o.g. Bereichen
in den hausärztlichen Praxen ermöglichen. Vertragsausschüsse werden diese neue Entwicklung der
Patientenversorgung kritisch und korrigierend begleiten.
In enger, vertrauensvoller und vertraglicher Zusammenarbeit werden die Versorgungsstrukturen
gemeinsam und partnerschaftlich von Hausärzten und Krankenkassen so strukturiert
entwickelt und umgesetzt, dass dies zu einer eindeutig erkennbaren und nachweisbaren
Verbesserung der Patientenversorgung führt.
Für die teilnehmenden engagierten Hausärzte am Hausarztzentrierten Versorgungsvertrag wird die
ärztliche Mehrleistung angemessen honoriert und dabei das finanzielle Gefüge der Krankenkassen
nicht destabilisiert.
Politik mit Vernunft, Weitblick, Erkenntnis und Tatkraft wird deshalb den eingeschlagenen Weg nicht
zerstören, sondern ihn unterstützen und fördern, damit die Menschen in Niedersachsen auch morgen
gesundheitlich vorn sind.
Vereinbarungen im AOK-Vertrag
Presseinformation
Neuer Hausarztvertrag in Niedersachsen geschlossen
Lotsenfunktion soll Bedürfnissen der Versicherten gerecht werden
Hannover, 13. Januar 2010 – Ein neuer Hausarztvertrag in Niedersachsen soll künftig Garant dafür sein, dass Versicherte der
AOK Niedersachsen eine besondere Versorgung durch qualifizierte Hausärzte ihres Vertrauens erhalten. Dies sieht der neue Hausarztvertrag vor, den die Bietergemeinschaft aus den Hausärzteverbänden Niedersachsen und Braunschweig und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf der einen
und die AOK Niedersachsen auf der anderen Seite geschlossen haben.
Die Einschreibung der Ärzte erfolgt in diesem Quartal; die Versicherten können vom 1. April 2010 an teilnehmen, und zwar ab Vollendung des 15. Lebensjahres. Die Einschreibung ist für Ärzte und Versicherte freiwillig. Es ist bundesweit der erste husarztzentrierte Versorgungsvertrag, den Hausärzteverbände gemeinsam mit einer Kassenärztlichen Vereinigung und einer Krankenkasse schließen.
Dank der breiten Basis, die konstruktiv in die Gestaltung des Vertrages mit eingebunden wurde, konnten alle Beteiligten in Niedersachsen – Hausärzteverbände, KVN und AOK Niedersachsen – auf die bestehende hausärztliche Versorgung aufsetzen und diese gemeinsam weiterentwickeln. Zur Teilnahme müssen die Ärztinnen und Ärzte bestimmte persönliche und sachliche Qualitätsanforderungen erfüllen,
an einer wirtschaftlichen Versorgung mitwirken sowie eine umfassende Steuerung des Patienten in der Koordination der Behandlung übernehmen. Eine besondere Stärke der Gemeinschaft sehen die Sprecher der Vertragsparteien im Zusammenschluss aller Hausärzte und der KVN. Damit habe dieser Hausarztvertrag Vorbildcharakter auch für andere Kassen in Niedersachsen.
„Durch diesen neuen Vertrag stehen den Patientinnen und Patienten die erweiterte medizinische Kompetenz der niedersächsischen Hausärzte zur Verfügung sowie die effektive und zuverlässige Struktur der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und der größten Krankenkasse in Niedersachsen als starker Solidargemeinschaft“, versichert Eberhard Gramsch, Vorsitzender der KVN.
Landesverband Braunschweig e.V.
„Wir Hausärzte bieten verlässliche Lösungen für den Alltag unserer Patienten. Dieser Vertrag setzt auf unser Versorgungs-Know-how, unsere Innovationsfähigkeit, unsere Leistung und honoriert dies adäquat“ sagt Dr. Heinz Jarmatz, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Niedersachsen.
„Unsere Versicherten profitieren von einer umfassenden, abgestimmten und kontinuierlichen Betreuung. Unnötige Doppeluntersuchungen, Krankenhausaufenthalte und Wartezeiten bleiben ihnen erspart“, so
Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen. Der Weg der Patienten zwischen den unterschiedlichen Versorgungsebenen – Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus und Rehabilitation – werde
vereinfacht.
„Mit diesem Vertrag haben wir dem Wunsch der Hausärzte entsprochen, die seit Jahren eine stärkere Steuerungsfunktion in der Versorgung eingefordert haben. Ich hoffe, die teilnehmenden Ärzte werden bei ihren Patienten aktiv für eine Einschreibung werben“, wünscht sich Dr. Carsten Gieseking, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Braunschweig.
Die an dem Programm beteiligten Hausärzte sind für die Patienten die erste Anlaufstelle. Sie koordinieren die gesamte medizinische Versorgung über alle Ebenen hinweg. Bei ihnen laufen sämtliche Befunde, Untersuchungsberichte und Therapieprogramme zusammen. Sie koordinieren die weitere Behandlung beim Facharzt oder im Krankenhaus. Der Vertrag steht allen Fachärzten für Allgemeinmedizin, hausärztlich tätigen Fachärzten für Innere Medizin, Fachärzten für Innere und Allgemeinmedizin und Praktischen Ärzten offen.
Weitere Auskünfte geben:
AOK Niedersachsen
Pressestelle
Klaus Altmann
Tel. 0511-8701-10010
Fax 0511-285-3310010
E-Mail: Klaus.Altmann@nds.AOK.de
Deutscher Hausärzteverband-Landesverband Niedersachsen
Dr. Heinz Jarmatz
Tel. 0511/380-2430/2431,
Fax 0511/3180772
E-Mail: Hausaerzteverband.Nds@t-online.de
Deutscher Hausärzteverband-Landesverband Braunschweig
Dr. Carsten Gieseking
Tel. 05375-9797
Fax 05375 -9798
E-Mail: praxis@gieseking-roleder.de
Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
Stabsabteilung Kommunikation
Detlef Haffke
Tel. 0511 380-3133
Fax 0511 380-3491
E-Mail: detlef.haffke@kvn.de

