Der digitale Umbau schreitet voran

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Dr. Karin Bremer, Hausärztin in Dissen.

Das Gesundheitswesen wird zunehmend digitaler. Doch für Hausarztpraxen ist es wichtig, dass die technischen Lösungen auch einen Mehrwert bieten. „Wir benötigen digitale Anwendungen, die einfach zu installieren sind, nahtlos mit bestehenden Systemen zusammenarbeiten und frei verfügbar sind“, fasst Dr. Karin Bremer aus dem Forum Digitales den hausärztlichen Anspruch zusammen.

Eine umfassende Wasserstandsmeldung zur Digitalisierung im Gesundheitswesen gab Dr. Bremer in ihrem Vortrag auf dem niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit am 24. November 2021. Dabei stellt die in Dissen praktizierende hausärztliche Internistin insbesondere die Kompetenz und die Leistung der Hausarztpraxen in der Patientenversorgung in den Mittelpunkt. „Hier müssen digitale Anwendungen einen konkreten Nutzen für die Betreuung und Behandlung für die Patienten sowie eine Zeitersparnis und Arbeitserleichterung für die Ärzte bringen. Nur so profitieren am Ende alle“, sagt Dr. Bremer.

Die niedergelassene Ärztin weist auf die Steuerungsfunktion hin, die Hausarztpraxen im Rahmen einer zweckdienlichen Digitalisierung übernehmen sollten. Dazu fehlten allerdings bisher gemeinsam genutzte Kommunikationsplattformen, auf denen ein einfacher und direkter Austausch zwischen Hausärzten, Gebietsfachärzten, Öffentlichem Gesundheitsdienst, Apotheken, Laboren oder den Kliniken stattfinden könnte. „Die Speicherung und der Transfer von Wissen in und zwischen Organisationen und Institutionen stellt die größte Herausforderung der Digitalisierung dar“, betont Karin Bremer. Die „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) habe hier großes Potential. Dieses ließe sich aber nicht mit Zwang, sondern nur mit einer überzeugenden und ausreichend getesteten Entwicklungsstufe sinnvoll heben.

Für eine ausgereifte Digitalisierung müssten alle Gesundheitsberufe einbezogen und miteinander vernetzt werden. „Außerdem brauchen wir eine von der öffentlichen Hand bereitgestellte ‚API‘, also eine Programmierschnittstelle“, merkt Dr. Bremer an. Dieses „Application Programming Interface“ muss strukturierte Daten wie Laborwerte, Fremdbefunde oder Informationen aus Entlassbriefen und nicht nur PDFs verarbeiten und weitergeben können. „Wichtig ist, dass sie von allen Stakeholdern einfach in die Praxisverwaltungssysteme implementiert werden können“, so die niedergelassene Ärztin weiter. Unter diesen Prämissen müssten alle Anwendungen geprüft werden. „Idealerweise sorgt Digitalisierung für eine intelligente Verteilung der menschlichen Arbeitsleistung. Erst dann sind digitale Anwendungen tatsächlich Mittel zum Zweck“, ist sich Dr. Bremer sicher.

Die Digitalisierung schreitet derzeit unaufhaltsam voran. „Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind mittendrin. Wir müssen nun das Ruder selbst in die Hand nehmen und Druck machen, dass die technischen Voraussetzungen so angepasst werden, dass sie sinnvoll und mit Mehrwert für uns und unsere Patienten in unseren Alltag integriert werden können“, appelliert Dr. Bremer an ihre Kolleginnen und Kollegen.

Eine vollständige Mitschrift des Vortrags von Dr. Karin Bremer auf dem niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit können Sie hier abrufen.


 

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